Nationalrat will mit den F/A-18 keine beschränkte Erdkampffähigkeit aufbauen

Der Nationalrat hat im Rahmen der Armeebotschaft 2017 das Rüstungsprogramm, die Rahmenkredite für Armeematerial und das Immobilienprogramm VBS verabschiedet. Entgegen dem Antrag seiner Sicherheitspolitischen Kommission will er mit der Verlängerung der Nutzungsdauer der F/A-18 keine beschränkte Erdkampffähigkeit aufbauen.

Mit der Armeebotschaft 2017 beantragt der Bundesrat dem Parlament je einen Gesamtkredit für das Rüstungsprogramm, für die Rahmenkredite zum Armeematerial und für das Immobilienprogramm VBS. Ein Antrag, die Armeebotschaft zurückzuweisen, wurde mit 147 gegen 25 Stimmen bei 4 Enthaltungen deutlich abgelehnt. Diese Minderheit wollte den Bundesart beauftragen, ein neues Rüstungsprogramm auszuarbeiten, das vorsieht, die Nutzungsdauer von zwölf F/A-18 ausschliesslich für luftpolizeiliche Aufgaben zu verlängern, und den ausserordentlichen Nachholbedarf für die Munition (225 Millionen Franken) zu streichen.

Opposition gegen Munitionkredit…

Mit dem Rüstungsprogramm 2017 beantragt der Bundesrat einen Gesamtkredit von 900 Millionen Franken. Dieser beinhaltet vier einzeln spezifizierte Verpflichtungskredite für folgende Beschaffungsvorhaben: Es sollen das integrierte Funkaufklärungs- und Sendesystem werterhalten (175 Mio. Fr.), die Informatikkomponenten für das VBS zum Rechenzentrum Campus beschafft (50 Mio. Fr.), die Nutzung der Kampfflugzeuge F/A-18 um fünf Jahre bis 2030 verlängert (450 Mio. Fr.) sowie ein ausserordentlicher Nachholbedarf für die Munition (225 Mio. Fr.) gedeckt werden.

Zu Diskussionen führten im Nationalrat die beiden letzteren Rüstungsvorhaben. Anträge, den Munitionskredit zu streichen oder zu halbieren, blieben jedoch chancenlos. Ebenso spricht sich der Nationalrat dagegen aus, zusätzlich zur Verlängerung der Nutzungsdauer der F/A-18-Kampfflugzeuge eine beschränkte Erdkampffähigkeit aufbauen zu wollen. Mit 97 gegen 85 Stimmen lehnte er den Antrag der Mehrheit seiner Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) für eine Krediterhöhung um 20 Millionen Franken ab und folgte damit dem Antrag des Bundesrates.

Mit 149 gegen 15 Stimmen bei 17 Enthaltungen stimmte der Nationalrat dem Rüstungsprogramm zu.

…und Beschaffungvorbereitung für ein neues Kampfflugzeug

Bei den drei Rahmenkrediten für Armeematerial 2017 war einzig jener für die Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitungen (PEB) umstritten. Ein Minderheitsantrag aus der SiK, alle PEB-Kredite fürs Flugmaterial (Neues Kampflugzeug, Ersatz luftgestütztes Störsystems Vista 5, Werterhalt PC-7-Flugzeuge oder der Werterhalt Jetpiloten-Ausbildungssystems PC-21) von 44 Mio. Franken zu streichen, wurde klar abgelehnt. Mit 133 gegen 26 Stimmen bei 21 Enthaltungen stimmte der Nationalrat dem Gesamtkredit für Armeematerial von 750 Millionen Franken zu.

Im Nationalrat unbestritten ist das Immobilienprogramm VBS 2017. Mit 176 Stimmen bei 3 Enthaltungen verabschiedete er den Gesamtkredit von 461 Millionen Franken, der neun einzeln spezifizierte Verpflichtungskredite und einen Rahmenkredit (210 Mio. Fr.) umfasst.

Die Armeebotschaft geht nun in den Ständerat.

Expertenbericht neues Kampfflugzeug

Der PEB-Kredit ist der formelle Beginn des Projekts für die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges. Nach gegenwärtiger Planung soll 2020 der Typenentscheid fallen, 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt und ab 2025 die neuen Flugzeuge geliefert werden. Thema in diesem Zusammenhang war im Nationalrat der am 30. Mai 2017 publizierte Bericht zum Neuen Kampfflugzeug der VBS-internen Expertengruppe sowie die Empfehlungen der externen Begleitgruppe. Beide Gruppen hatte der Chef VBS im letzten Jahr eingesetzt. Der Bericht zeigt unter anderem die Abhängigkeit der Anzahl zu beschaffender Kampfflugzeuge zu einer Beschaffung eines bodengestützten Luftverteidigungssystems und entsprechende Varianten auf. Die Expertengruppe schlägt zudem vor, diese Beschaffungen aus dem ordentlichen Armeebudget ohne Referendumsmöglichkeit zu finanzieren. Nationalrätin Chantal Galladé (SP, ZH) stellte den Antrag, den Bundesbeschluss über das Rüstungsprogramm 2017 zu ergänzen. Konkret: Der Bundesrat soll mit der Vorlage eines Grundsatz- und Planungsbeschlusses über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge in Form eines referendumsfähigen Bundesbeschlusses beauftragt werden. Verteidigungsminister Guy Parmelin betonte im Nationalrat, dass im VBS noch keine Entscheide gefällt worden seien. Bericht und die Empfehlungen dienten ihm und später auch dem Gesamtbundesrat als eine Entscheidgrundlage für die Lancierung und Durchführung der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges und von Mitteln zur bodengestützten Luftverteidigung. Der Chef VBS will den Bericht und die Empfehlungen, zusammen mit der darauf aufbauenden politischen und öffentlichen Diskussion, dazu benutzen, um noch in diesem Jahr im Bundesrat eine Aussprache und einen Richtungsentscheid zur Erneuerung der Luftverteidigung herbeizuführen. Zur Abstimmung über den Antrag von Chantal Galladé kam es aber nicht. Sie zog ihn zurück. Vom Tisch ist das Begehren damit nicht. Die SP-Fraktion hat eine identische Motion eingereicht.

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Die Schweiz hat neue Führungskräfte

Bern, 12.05.2017 – In diesem Frühling hat die Schweizer Armee 240 junge Männer und Frauen zu Leutnants brevetiert und damit in das Offizierskorps aufgenommen.

Die 240 neuen Zugführer haben ihre Unteroffiziers- und Offiziersschule sowie den praktischen Dienst in einer Rekrutenschule erfolgreich abgeschlossen. In den nächsten Jahren werden sie in den jeweiligen Verbänden als Zugführer ihre Wiederholungskurse absolvieren. Später stehen ihnen zahlreiche weitere neue Führungs- und Stabsfunktionen offen.

Um in der Schweizer Armee zum Offizier befördert zu werden, haben die jungen Leutnants eine intensive theoretische und praktische Ausbildung durchlaufen. Sie wurden in den Führungstätigkeiten Problemerfassung, Lagebeurteilung, Entschlussfassung und Befehlsgebung geschult. Dies auch unter erschwerten Bedingungen, um die eigenen Grenzen zu erfahren und auch unter Druck volle Leistung erbringen zu können.
Im praktischen Dienst mussten die Zugführer das Gelernte Tag für Tag mit ihren Rekruten umsetzen und anwenden.

Die Schweizer Armee ist die einzige Institution im Land, die einem 20-Jährigen die Möglichkeit und die dazu benötigten Fähigkeiten gibt, während mehreren Monaten für 24 Stunden pro Tag 20 bis 40 Menschen zu führen. Die Erfahrungen, die ein junger Mensch in dieser Zeit sammeln kann, bewähren sich ohne Einschränkung auch im Zivil- und Berufsleben.

weiterführende Informationen

Bundesrat setzt die Änderung vom 18. März 2016 des Militärgesetzes abschliessend in Kraft und verabschiedet die Verordnung über die Strukturen der Armee

Bern, 29.03.2017 – Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. März 2017 die Änderung vom 18. März 2016 des Militärgesetzes abschliessend in Kraft gesetzt und die Verordnung über die Strukturen der Armee verabschiedet. Die Erlasse treten am 1. Januar 2018 in Kraft.

Der Bundesrat hat am 16. November 2016 einen ersten Teil der Rechtsgrundlagen zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) in Kraft gesetzt. Mit der nun abschliessenden Inkraftsetzung der Änderung vom 18. März 2016 des Militärgesetzes, werden die bisher noch nicht in Kraft gesetzten Änderungen des Militärgesetzes per 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dadurch werden automatisch auch die vom Parlament beschlossene Armeeorganisation sowie die Änderung der Verordnung der Bundesversammlung über die Verwaltung der Armee in Kraft gesetzt.

Im Rahmen dieser Erlasse ist das entsprechende Verordnungsrecht des Bundesrates anzupassen. Die Armeeorganisation beinhaltet stark veränderte strukturelle Voraussetzungen, welche in erster Linie den Sollbestand und die Gliederung der Armee betreffen. Diese Veränderungen haben eine Totalrevision der Bundesratsverordnung vom 26. November 2003 über die Organisation der Armee zur Folge. Die Verordnung regelt neu die Strukturen der Armee und erhält entsprechend ihrem Regelungsgehalt den Titel «Verordnung über die Strukturen der Armee». Sie tritt mit dem Beginn der Umsetzung der WEA am 1. Januar 2018 in Kraft.

Die Änderungen in den Strukturen der Armee und bei den der Gruppe Verteidigung unterstellten Verwaltungseinheiten bedingen zudem einen Anpassungsbedarf im Anhang 1 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 1998 sowie in der Organisationsverordnung VBS vom 7. März 2003.

 

Beitragsbild: Quelle VBS

Armee leistet Katastrophenhilfe nach Erdrutsch im Kanton Uri

Seit letztem Sonntag, 5. März 2017, ist Bristen (UR) von der Aussenwelt abgeschnitten. Ein Erdrutsch verschüttete die einzige Verbindungsstrasse zum Dorf und verunmöglicht somit den Zugang für Autos und Lastwagen. Damit die Versorgung der Bevölkerung trotzdem sichergestellt ist, unterstützt die Armee im Rahmen der Katastrophenhilfe die zivilen Behörden auf deren Antrag mit Lufttransporten mittels Helikopter.

10.03.2017 | Komm V / Michelle Steinemann

Gegen 22.00 Uhr am Sonntagabend rutschte ein zehn Meter langes Teilstück der Bristenstrasse ab und verschüttete das darunterliegende Strassenstück. Seither ist die einzige Zufahrt für jeglichen Verkehr gesperrt und Bristen nur noch zu Fuss über einen anspruchsvollen, etwa halbstündigen Wanderweg erreichbar. Damit die Bevölkerung dennoch mit den wichtigsten Gütern des täglichen Bedarfs versorgt werden kann, kommen Helikopter zum Einsatz. Dafür wurde die Armee im Rahmen eines Katastrophenhilfeeinsatzes um Unterstützung angefragt.

Das Gesuch des Amts für Bevölkerungsschutz und Militär des Kantons Uri traf am Dienstag, 7. März 2017, beim Führungsstab der Armee (FST A) ein. Dank raschem Handeln und einer effizienten Zusammenarbeit war es möglich, bereits tags darauf um 8.15 Uhr den Katastrophenhilfeeinsatz auszulösen. Der erste Flug, beladen mit Nahrungsmitteln, fand schon am selben Nachmittag statt. In den nächsten Tagen werden insbesondere Lebensmittel und Betriebsstoffe nach Bristen geflogen, auf dem Rückflug jeweils das Leergut mitgenommen. Die Warenempfänger im Dorf, wie beispielsweise der Dorfladen, sind informiert, wann und wo ihre Ware abgeladen wird. Mit dem ebenfalls beauftragten zivilen Lufttransportunternehmen wird klar vereinbart, welche Transporte von wem durchgeführt werden. So sind beispielsweise Personentransporte Sache der zivilen Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen private Unternehmen, Zivilschutz, Armee und Bevölkerung wird von allen beteiligten sehr geschätzt.

Bis auf weiteres sind zwei Flüge pro Tag für maximal drei Wochen geplant, wobei der Einsatzleiter der Luftwaffe und der Abteilungsleiter Zivilschutz des Kantons Uri die Lage täglich neu beurteilen. Diese direkte Kommunikation erlaubt es, auf veränderte Bedürfnisse seitens Gemeinde flexibel einzugehen. Bei möglichen Notfällen kann sofort gehandelt werden. Dank eines beleuchteten Landeplatzes sind auch Nachtflüge möglich. Um den Transport von Personen und Gütern zu erleichtern, berät die Gemeinde zur Zeit über die Wiederinbetriebnahme der Standseilbahn. Nach erfolgreichen Testfahrten, wird sie voraussichtlich am nächsten Mittwoch, dem 15. März 2017, den Betrieb aufnehmen. Das wäre eine grosse Entlastung, denn bis die Strasse wieder befahrbar ist, kann es noch Wochen dauern.

Ernennung Stellvertreter Chef der Armee

Bern, 15.02.2017 – Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 15. Februar 2017 Korpskommandant Aldo C. Schellenberg per 1. März 2017 zum Stellvertreter Chef der Armee ernannt. Er übernimmt diese Funktion befristet bis zum 31. Dezember 2017, zusätzlich zu seiner Funktion als Kommandant Luftwaffe. Auf den 1. Januar 2018 muss die Stellvertretung des Chefs der Armee im Rahmen der WEA-Struktur neu beantragt werden.

Der 58-jährige Aldo C. Schellenberg hat an der Universität Zürich Betriebswirtschaft studiert und als Dr. oec. publ. promoviert. Von 2007 bis 2009 hat er an der Universität Bern ein Nachdiplomstudium in Wirtschaftsrecht mit dem Legum Magister abgeschlossen. Er kommandierte die Leichte Fliegerabwehr Lenkwaffenabteilung 12 und wurde als Generalstabsoffizier im Stab der Gebirgsdivision 12 und im Stab der Gebirgsinfanteriebrigade 12 eingesetzt. Auf den 1. Juli 2010 hat ihn der Bundesrat zum Kommandanten der Gebirgsinfanteriebrigade 12 ernannt unter gleichzeitiger Beförderung zum Brigadier. Brigadier Schellenberg wurde 2012 zum Chef Armeestab ernannt unter gleichzeitiger Beförderung zum Divisionär. Auf den 1. Januar 2013 erfolgte die Ernennung zum Kommandant Luftwaffe und die Beförderung zum Korpskommandanten. Der Chef VBS ernannte ihn per 1. Januar 2017 zudem als Projektleiter WEA für den Bereich Operationskommando.

Korpskommandant Schellenberg folgt auf den bisherigen Stellvertreter Chef der Armee, Korpskommandant Philippe Rebord, der per 1. Januar 2017 zum Chef der Armee ernannt wurde.

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In St. Moritz ist der Sänitatsdienst der Armee auf alle Eventualitäten vorbereitet

Eine der speziellen Dienstleistungen, die die Armee für die Ski-WM 2017 in St. Moritz bietet, ist der Sänitatsdienst. Durch die Installation von zwei modularen sanitätsdienstlichen Elementen (MSE2) und eine Sanitäts-Hilfsstelle (San His) verfügt die Armee über drei operative Standorte um sich um 80 Notfälle und über 600 Patienten – auch schwere Fälle – im Dorf und auf der Piste zu kümmern.

08.02.2017 | Kommunikation Verteidigung

Internationale Veranstaltungen wie die Ski-WM empfangen eine riesige Anzahl an Besuchern. Neben den zahlreichen Zuschauern und Athleten mit ihren Teams, sind in St. Moritz diverse Freiwillige unterwegs. Ihr Ziel ist es, die Veranstaltung zu einem Grosserfolg werden zu lassen.

Um eine ausreichende Gesundheitsversorgung für eine solche Menge an Besuchern zu gewährleisten, braucht es jedoch mehr. Hier bietet die Armee Unterstützung.  In den letzten Wochen installierte die mobile Logistik-Bereitschaftskompanie 104 (Mob Log Ber Kp 104) zwei Modulare Sanitätsdienstliche Elemente (MSE2) und eine Sanitäts-Hilfsstelle (San His). Diese umfassen drei OP-Säle und hunderte von Betten. Heute wird diese Instrastruktur an die San Kp 4 übergeben. Diese stellt den Betrieb bis zum Ende der Weltmeisterschaften sicher.

Ein erstes Feldspital wurde in der Nähe der Bühnen im Zielgelände eingerichtet und kann eingesetzt werden. Ein zweiter Posten fand seinen Platz im Dorf bei der alten Post. Mit dem Sanitätsposten, der auf der Medal Plaza installiert wurde, kann die Armee die Gesundheitsversorgung für 300 Personen gleichzeitig garantieren. Die Truppe ist in der Lage, ihre Dienstleistungen während den kommenden zwei Wochen für über 600 Personen anzubieten – darunter 120 in ernstem Zustand. Zusätzlich ist sie bereit, ihre Kapazität erheblich zu erhöhen, falls allfällige Ereignisse dies erfordern sollten.

Für die Soldaten der Mob Log Ber Kp 104 hat die einsatzbezogene Ausbildung (EBA) begonnen. Sie wissen noch nicht genau, welche Arten von Patienten sie behandeln werden. Dank ihrer Ausbildung sind sie aber für alle Fälle im Laufe ihrer Dienstleistung bereit. Die Sanitätskompanie 4 (San Kp 4), welche die Infrastruktur übernimmt, wurde ebenfalls einsatzbezogen ausgebildet. Obwohl vor allem Fälle von Unterkühlung, Alkoholmissbrauch oder Traumata und Frakturen nach Stürzen erwartet werden, sind die Soldaten auch dazu ausgerüstet und ausgebildet, mit ernsten, unvorhergesehenen Situationen umgehen zu können.

An jedem Ort sind die Sanitätssoldaten bereit. Sie werden von mehreren anwesenden Ärzten unterstützt, um die Organisation des Patientenflusses zu sichern. Dies insbesondere bei der Triage von Patienten, die eine Pflege benötigen. So sollen die dringendsten Fälle umgehend in Gesundheitseinrichtungen verlegt werden können.

Trotz aller Professionalität und Motivation der Truppe, den Besuchern zu helfen: Auch die Armee hofft, dass es für die Sanitäter möglichst wenig zu tun geben wird.

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Neues Kampfflugzeug

Die Beschaffung von 22 Flugzeugen des Typs Gripen E als Ersatz für die Tiger-Flotte ist im Mai 2014 vom Volk abgelehnt worden. Dieser Entscheid hat aber nichts am Bedürfnis für einen Ersatz der über 30-jährigen 53 F-5 Tiger geändert. Von aktuell 53 Jets sind Stand 21. November 2016 noch 26 im Einsatz. Hinzu kommt nun, dass auch der Ersatz der 30 F/A-18 angegangen werden muss. Diese sind zwar technisch auf der Höhe, kommen aber 2025 ans Ende ihrer zugelassenen Nutzungsdauer. Wenn ihre Nutzungsdauer um 5 Jahre verlängert werden soll, muss schätzungsweise eine halbe Milliarde Franken in die Jets investiert werden. Die Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen soll zudem mit einer ganzheitlichen Sicht auch das Verhältnis zur bodengestützten Luftverteidigung berücksichtigen.

Am 24. Februar 2016 informierte Verteidigungsminister Guy Parmelin den Gesamtbundesrat über die geplanten Vorbereitungsarbeiten zur Evaluation eines neuen Kampfflugzeuges. Ziel ist es, in der zweiten Jahreshälfte 2017 dem Parlament ein Kreditantrag zur Planung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB-Kredit) zu unterbreiten. Der Kreditantrag ist der formelle Beginn des Projekts für die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges.

Experten sehen unmittelbaren Handlungsbedarf

Im April 2016 startete das VBS mit den Vorbereitungsarbeiten. Eine Expertengruppe mit Vertretern der relevanten Fachbereiche aus der Armee, der armasuisse und dem Generalsekretariat VBS wird dem Verteidigungsminister bis im Frühling 2017 die grundlegenden Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten in einem Bericht beantworten und dabei auch die Zukunft der im Dienst stehenden F/A-18- und F-5-Kampfflugzeuge ansprechen. Wichtig ist Bundesrat Guy Parmelin dabei die ganzheitliche Sicht, auch unter Berücksichtigung des Verhältnisses zur bodengestützten Luftverteidigung. Die Arbeit der Expertengruppe wird von einer externen Gruppe begleitet, in der die im Bundesrat vertretenen Parteien mit je einem Mitglied, Vertreter des VBS und anderer Departemente sowie von Industrie und der Schweizerischen Offiziersgesellschaft Einsitz nehmen.

Die Expertengruppe arbeitet intensiv am Inhalt des Berichts und tauscht sich regelmässig mit dem Begleitgremium aus. Die Arbeiten sind auf Kurs, so dass der Bericht – wie geplant – im Frühling 2017 vorgelegt werden kann. Im Rahmen ihrer Arbeiten hat die Expertengruppe jedoch erkannt, dass für einige unmittelbar anstehende, zeitkritische Entscheide der eigentliche Bericht zu spät erscheinen wird. In einem am 21. November 2016 publizierten Kurzbericht gibt sie daher Empfehlungen zu diesen zeitkritischen Entscheiden ab.

Chef VBS stellt erste Weichen

Um die Handlungsfreiheit im Hinblick auf die in den 2020er Jahren anstehende Beschaffung zu wahren, hat der Chef VBS Guy Parmelin entschieden, die empfohlenen Massnahmen sofort einzuleiten, nämlich:

  • die Bereitstellung eines ersten Kredits von 10 Millionen für die Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB) des neuen Kampfflugzeugs, der den eidgenössischen Räten in der Armeebotschaft 2017 beantragt werden soll,
  • das Vorantreiben der Projektarbeiten für eine nächstens einzuleitende Nutzungsdauerverlängerung der F/A-18C/D (Kostendach max. 490 Mio. Fr.), um insbesondere über die Preisgestaltung Klarheit zu erlangen, bevor die Massnahme den eidgenössischen Räten nach Möglichkeit in der Armeebotschaft 17, spätestens aber in der Armeebotschaft 2018 beantragt wird und
  • einen vorläufigen Verzicht auf die Ausserdienststellung der F-5 Tiger, um gegebenenfalls zumindest einen Teil der Flotte über 2018 hinaus weiterbetreiben zu können.

Beschaffungsprozess dauert Jahre

Nach dem PEB-Kreditantrag soll gemäss gegenwärtiger Planung 2020 der Typenentscheid fallen, 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt und ab 2025 die neuen Flugzeuge geliefert werden.

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Bezirk Bremgarten: Projektil trifft Haus

Bern, 03.02.2017 – Am Dienstag schlug ein Projektil in ein Haus im Bezirk Bremgarten ein. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Der Ursprung des Projektils ist noch unklar. Es besteht allerdings der Verdacht, dass es aus einer Armeewaffe stammt. Aus diesem Grund hat die Militärjustiz Ermittlungen aufgenommen.

Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, 31. Januar 2017, am Nachmittag im Bezirk Bremgarten. Das Projektil durchschlug das Fenster einer Wohnung. Zu der Zeit befanden sich keine Personen in der betroffenen Wohnung. Es ist noch nicht klar, woher das Projektil kam. Es liegt allerdings der Verdacht nahe, dass es aus einer Armeewaffe stammen könnte. Die Militärjustiz hat die Ermittlungen aufgenommen, um den Vorfall zu untersuchen.

Eine lückenlose Aufklärung steht für die Armee an oberster Stelle. Ein Schiessplatz, welcher als möglicher Abgabeort in Frage kommt, wurde bis auf weiteres teilweise gesperrt. Aufgrund der laufenden Untersuchung können keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

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VBS unterstützt die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2017

Bern, 02.02.2017 – Die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften finden vom 6. bis 19. Februar 2017 in St. Moritz statt. Die Schweiz steht dabei im Zentrum des internationalen Sportgeschehens. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport unterstützt den Veranstalter, um einen unvergesslichen Sportanlass zu organisieren. Die Armee und der Zivilschutz stellen insgesamt rund 13‘000 Diensttage zur Verfügung. Mit einem Beitrag von 7,25 Millionen Franken an den WM-Organisator beteiligt sich das Bundesamt für Sport an den Kosten des Anlasses. Dazu kommen weitere Förderbeiträge und Dienstleistungen für Swiss-Ski.

Bereits zum fünften Mal finden die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz statt. An den Wettkämpfen fahren rund 600 Athletinnen und Athleten aus 70 Nationen um 11 Medaillensätze. Der Anlass in den Schweizer Bergen wird in die ganze Welt übertragen und die  Schweiz als einzigartige Wintersportdestination präsentieren. Ein solcher internationaler Grossanlass kann nur mit dem nötigen Know-how von Fachleuten durchgeführt werden. Das VBS unterstützt die Organisatoren und stellt seine Erfahrungen zur Verfügung.

Die Armee erbringt zu Gunsten der Ski-Weltmeisterschaften Leistungen im Umfang von rund 10‘000 Diensttagen. Geleistet werden Arbeiten im Bereich des Auf- und Abbaus von Infrastrukturen und Bauten wie beispielsweise der Arena oder den Zuschauerplattformen. Dazu kommen Erdverschiebungen, Aufschüttungen, Schneeräumungen und Transporte. Zusätzlich werden Leistungen im Bereich Verkehrsregelung, der Rennorganisation sowie im Sanitätsdienst dazu kommen. In der Luft unterstützt die Armee die Kantonspolizei Graubünden während den Wettkämpfen mit Lufttransporten und Luftaufklärung. Dafür werden drei Helikopter eingesetzt: zwei EC635 sowie ein Super Puma. Zudem sind verschiedene Flugvorführungen der Patrouille Suisse und des PC-7 TEAM geplant, sowie Platzkonzerte der Militärmusik. Die Dienstleistungen werden nach VUM (Verordnung über die Unterstützung ziviler oder ausserdienstlicher Tätigkeiten mit militärischen Mitteln) zu Gunsten der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz 2017 erbracht.

Für die Ski-Weltmeisterschaften erbringt auch der Zivilschutz umfassende Dienstleistungen, insbesondere im den Bereichen Bauten, Logistik und Sicherheit. Dazu gehören der Auf- und Abbau von Absperrungen und Beschilderungen, das Einrichten von Kamerastandorten, Transporte, das Einrichten und Abräumen von Parkplätzen sowie die Unterstützung der Kantonspolizei Graubünden bei der Verkehrsregelung. Insgesamt leisten die Spezialisten des Zivilschutzes für die Ski-WM knapp 3‘000 Diensttage. Im Einsatz stehen Zivilschutzorganisationen aus den Kantonen Graubünden, Zürich und St. Gallen. Der Einsatz des Zivilschutzes zugunsten der Gemeinschaft ist vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS bewilligt. Mit dem Einsatz an den Ski-Weltmeisterschaften werden Aufgaben und Führungstätigkeiten trainiert, die der Zivilschutz auch bei Katastrophen- und Notlagen übernimmt. Ausserdem wird dabei die interkantonale Zusammenarbeit trainiert und gestärkt.

Das Bundesamt für Sport BASPO unterstützt die Ski-Weltmeisterschaften mit einem einmaligen Betrag an den Organisator von insgesamt 3.5 Millionen Franken. Im Rahmen des Nationalen Sportanlagenkonzepts NASAK 4 wurden ausserdem 3 Millionen Franken für die Infrastruktur und 0,75 Mio. für Absperrmaterial zur Verfügung gestellt. Ebenfalls aus dem NASAK wurde Swiss-Ski in den letzten Jahren für die Beschaffung und Ergänzung von Pisten-Absperrmaterial unterstützt, das an den Weltcups und jetzt an den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften gebraucht wird. Dazu kommen WM-bezogene Förderbeiträge an Swiss-Ski über die letzten drei Jahre für verschiedene Projekte. Am Nationalen Sportzentrum Magglingen profitieren Swiss-Ski und dessen Athleten ganzjährig von verschiedenen Dienstleistungen (Trainingsaufenthalt, Leistungstests, Regeneration und Rehabilitation) sowie im letzten Sommer von der erweiterten Kraftraum-Infrastruktur.

Bundesrat Guy Parmelin, Chef VBS, wird am Samstag, 11. Februar und am Sonntag 12. Februar für die beiden Abfahrten in St-Moritz anwesend sein. Der Chef der Armee, KKdt Philippe Rebord, besucht die Ski WM am Dienstag, 7. Februar 2017. Der Direktor BASPO, Matthias Remund wird am Montag 6. Februar, sowie am Freitag 10. Februar und am Samstag 11. Februar vor Ort sein.

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