Armee leistet Katastrophenhilfe nach Erdrutsch im Kanton Uri

Seit letztem Sonntag, 5. März 2017, ist Bristen (UR) von der Aussenwelt abgeschnitten. Ein Erdrutsch verschüttete die einzige Verbindungsstrasse zum Dorf und verunmöglicht somit den Zugang für Autos und Lastwagen. Damit die Versorgung der Bevölkerung trotzdem sichergestellt ist, unterstützt die Armee im Rahmen der Katastrophenhilfe die zivilen Behörden auf deren Antrag mit Lufttransporten mittels Helikopter.

10.03.2017 | Komm V / Michelle Steinemann

Gegen 22.00 Uhr am Sonntagabend rutschte ein zehn Meter langes Teilstück der Bristenstrasse ab und verschüttete das darunterliegende Strassenstück. Seither ist die einzige Zufahrt für jeglichen Verkehr gesperrt und Bristen nur noch zu Fuss über einen anspruchsvollen, etwa halbstündigen Wanderweg erreichbar. Damit die Bevölkerung dennoch mit den wichtigsten Gütern des täglichen Bedarfs versorgt werden kann, kommen Helikopter zum Einsatz. Dafür wurde die Armee im Rahmen eines Katastrophenhilfeeinsatzes um Unterstützung angefragt.

Das Gesuch des Amts für Bevölkerungsschutz und Militär des Kantons Uri traf am Dienstag, 7. März 2017, beim Führungsstab der Armee (FST A) ein. Dank raschem Handeln und einer effizienten Zusammenarbeit war es möglich, bereits tags darauf um 8.15 Uhr den Katastrophenhilfeeinsatz auszulösen. Der erste Flug, beladen mit Nahrungsmitteln, fand schon am selben Nachmittag statt. In den nächsten Tagen werden insbesondere Lebensmittel und Betriebsstoffe nach Bristen geflogen, auf dem Rückflug jeweils das Leergut mitgenommen. Die Warenempfänger im Dorf, wie beispielsweise der Dorfladen, sind informiert, wann und wo ihre Ware abgeladen wird. Mit dem ebenfalls beauftragten zivilen Lufttransportunternehmen wird klar vereinbart, welche Transporte von wem durchgeführt werden. So sind beispielsweise Personentransporte Sache der zivilen Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen private Unternehmen, Zivilschutz, Armee und Bevölkerung wird von allen beteiligten sehr geschätzt.

Bis auf weiteres sind zwei Flüge pro Tag für maximal drei Wochen geplant, wobei der Einsatzleiter der Luftwaffe und der Abteilungsleiter Zivilschutz des Kantons Uri die Lage täglich neu beurteilen. Diese direkte Kommunikation erlaubt es, auf veränderte Bedürfnisse seitens Gemeinde flexibel einzugehen. Bei möglichen Notfällen kann sofort gehandelt werden. Dank eines beleuchteten Landeplatzes sind auch Nachtflüge möglich. Um den Transport von Personen und Gütern zu erleichtern, berät die Gemeinde zur Zeit über die Wiederinbetriebnahme der Standseilbahn. Nach erfolgreichen Testfahrten, wird sie voraussichtlich am nächsten Mittwoch, dem 15. März 2017, den Betrieb aufnehmen. Das wäre eine grosse Entlastung, denn bis die Strasse wieder befahrbar ist, kann es noch Wochen dauern.