900 Diensttage für die Tour de Suisse

Am Sonntag, 18. Juni endete die Tour de Suisse 2017 in Schaffhausen. Das Verkehrs- und Transportbataillon 1 hat den Grossanlass mit hundert Armeeangehörigen unterstützt. Der Anlass war für das Organisationskomitee, die Armee und Zuschauer ein grosser Erfolg. Einzig der erhoffte Etappensieg von Sportsoldat Stefan Küng blieb aus.

Nach der zweiten Etappe in Cham war Stefan Küng Führender des Gesamtklassements. Nach der dritten Etappe musste er das gelbe Trikot wieder abgeben. Für viele Zuschauer bestand jedoch die Hoffnung, dass Stefan Küng bei der letzten Etappe – dem Zeitfahren und damit Küngs grosser Stärke – einen weiteren Etappensieg einfahren könnte. Am Sonntagabend um etwa 17.30h stand dann fest, dass es ihm dazu nicht reicht und er hinter seinem BMC-Teamkollegen Rohan Dennis auf dem guten zweiten Platz landete. Nach dieser Schlussetappe in Schaffhausen stand auch der Gesamtsieger der Tour de Suisse 2017 fest: Der Slowene Simon Spilak gewann die Tour de Suisse zum zweiten Mal. Der Schweizer Sportsoldat Stefan Küng wurde 52. im Gesamtklassement.

Grosser Erfahrungsmehrwert für die Truppe und das Kader

Die hundert Armeeangehörigen profitieren auf viele Weisen vom Einsatz. Der Kommandant des Verkehrs- und Transportbataillon 1, Oberstleutnant im Generalstab Bernhard Horn, sieht sowohl für die Truppe wie auch für die Kader einen Mehrwert im Einsatz. Die Soldaten und Gruppenführer seien in der Verantwortung und könnten sich aktiv einbringen, da sie die Posten nach Vorgaben der Streckensicherheit selbstständig erkunden, einrichten und betreuen. Im Unterschied zur üblichen Verkehrsregelung gibt es für den Tourtross eine spezielle Zeichengebung. Die Eigenständigkeit im Rahmen eines sinnvollen Einsatzes zu Gunsten eines zivilen Anlasses, gefällt auch den Soldaten. Einer meinte dazu: «Am liebsten würde ich nächstes Jahr wieder an der Tour de Suisse meinen Dienst leisten.» Des Weiteren können die Soldaten Sicherheit in ihrer Kernkompetenz erlangen. Dies vor allem in der Verkehrsführung und im Motorradfahren, ist Oberstleutnant Horn überzeugt. Für die Kader besteht der Mehrwert in der zusätzlichen Erfahrung der Planung und Führung sowie der Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Tour de Suisse bei Ausbildungssequenzen, Abspracherapporten und Kontrolltätigkeiten.

Die Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Organisationskomitee verlief nach Meinung des Kommandanten sehr gut. Da die Kooperation schon einige Jahre besteht, funktionierten die Absprachen dementsprechend einfacher. Der Aufwand für die Planung an sich bleibt über die Jahre hinweg jedoch bestehen, da die Strecke jährlich ändert und die Koordination frühzeitig angesetzt werden muss. Als wichtiger Punkt des Einsatzes nennt der Kommandant den frühzeitigen Beginn der Abspracherapporte mit dem Führungsstab der Armee, der Territorialregion, der Logistik Brigade 1, den Verantwortlichen der Tour de Suisse sowie dem Verkehrs- und Transportbataillon 1. Zudem brauche es einen erfahrenen Offizier, der mit dem Verantwortlichen für die Streckensicherheit in Kontakt steht. Ausserdem müsse einem bewusst sein, dass hundert eingeteilte Armeeangehörige nicht hundert Personen im Einsatz  bedeuten. Die Durchhaltefähigkeit müsse stets gewährleistet sein, was die Planung genügender Erholungszeit bedingt.

 

«Eine absolut positive Zusammenarbeit»

Der Generaldirektor der Tour de Suisse, Olivier Senn, war mit der Zusammenarbeit ebenfalls äusserst zufrieden. Schon in der Planungsphase hätte man sehr gut miteinander zusammengearbeitet und damit die Lehren von letztem Jahr positiv umgesetzt. Es hätte nichts gegeben, was Anlass zur Beanstandung gegeben hätte und meinte: «So wie es lief war top – eine absolut positive Zusammenarbeit». Eine Tour de Suisse ohne Armee sei schwer vorstellbar. Olivier Senn lobt die Kommunikation, die auch dann funktioniere, wenn die Ansprechpersonen auf Seiten der Armee änderten. Denn «eine Stärke der Armee liegt darin, die Dinge sauber zu dokumentieren, zu organisieren und zu planen.»

20.06.2017 | Kommunikation Verteidigung